Für die Natur in die Natur – nach diesem Motto engagieren sich die Mitglieder der NABU-Ortsgruppe Eschringen-Ensheim seit 40 Jahren für den Naturschutz.

Presseinformation zum 40-jährigen Jubiläum der Ortsgruppe:

Die Gründungsversammlung fand im Januar 1977 statt, zunächst als Ortsgruppe im Deutschen Bund für Vogelschutz (DBV). Treibende Kraft der Gründungsinitiative war damals Norbert Adt, der sich für den Verein 13 Jahre lang als 1. Vorsitzender eingesetzt hat.

Schon bald konnte die Ortsgruppe neue Mitglieder gewinnen; dazu verhalfen eine Reihe von Aufklärungsaktionen, ornithologischen Exkursionen und Wanderungen, die vom damaligen Kreisvorsitzenden Ludwig Schwarzenberg tatkräftig unterstützt wurden.

Drei Jahre nach der Gründung hatte die Ortsgruppe bereits 160 Mitglieder.

Mit Begeisterung begann man in den Waldrevieren Eschringen und Ensheim Nistkasten für verschiedene Vogelarten aufzuhängen und stellte Futterhäuser und Informationstafeln auf. Zur Förderung naturverbundener Landschaftsgestaltung, wurden Feuchtbiotope geplant und Bäume und Sträucher gepflanzt. Um besonders die Jugend anzusprechen, gab es Bastelabende, an denen Jugendliche gemeinsam mit Erwachsenen Nistkästen und Futterhäuser bauen konnten.

Auch Brunnen wurden angelegt. Begonnen wurde unter Anleitung von Norbert Adt mit dem Willer-Brunnen bei der Grundschule Eschringen. Als nächster wurde der Bärendrich-Brunnen am Ende der Gräfinthaler Straße gebaut. Es folgten weiter der Markus- und der Lerchen-Brunnen im Ensheimer Tal. Der Laurentiusbrunnen, wohl der schönste Eschringer Dorfbrunnen, ist unter anderem ebenfalls der Mitinitiative unserer Ortsgruppe zu verdanken.

Im Jahre 1987 wurde in Zusammenarbeit mit der städtischen Forstabteilung, im Waldrevier Sitters, ein Waldlehrpfad errichtet. Die Einweihung übernahm die damalige Dezernentin für Grünanlagen und Forsten Frau Krajevski. Für das Gelingen der anschließenden Feier sorgte der Musikverein Arion Ensheim.

Nach der Umbenennung des DBV in „Naturschutzbund Deutschland (NABU)“ im Jahr 1990 ist die NABU-Gruppe eine regionale Untergliederung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Landesverband Saarland e.V.

Im Laufe der folgenden Jahre galten die Aktionen der Anlage verschiedener Biotope, die neu angelegt bzw. wieder instandgesetzt wurden. Eines dieser Feuchtbiotope liegt hinter dem Waldgebiet Eschringen-Sitters, ein weiteres entstand im Gelände der Ensheimer Wickersbergschule, ein drittes wurde im Ensheimer Tal, unter Mitwirkung der städtischen Forstabteilung, angelegt.

Als Norbert Adt, der die NABU-Gruppe bis ins Jahr 1992 führte, aus gesundheitlichen Gründen das Amt niederlegte, wurde Karl Theodor Elberskirch zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Auch unter seiner Ägide setzt sich die Ortsgruppe aktiv für den Schutz und die Pflege der Natur mit besonderer Aufmerksamkeit für die freilebende Vogelwelt ein.

Insgesamt 550 Nistkästen betreut die Ortsgruppe in den Wäldern rings um Eschringen und im Ensheimer Tal. Sämtliche Nisthilfen stammen aus der eigenen Werkstatt, in der Axel Bischof auch Futterhäuser und Insektenhotels baut, sowie Niströhren für den Steinkauz in Streuobstwiesen, für Schleiereulen und Turmfalken in der Eschringer und Ensheimer Kirche, Nisthilfen für Mehlschwalben und Mauersegler und auch die Fledermäuse kommen nicht zu kurz.

Im Jahre 1997 übernahmen wir die Patenschaft über die Heimkehrer-Hütte im Ensheimer-Tal. In dieser Hütte treffen wir uns jedes Jahr, zum Abschluss der Nistkastenkontrolle und –säuberung. Beim gemütlichen Beisammensein um das Feuer vor der Hütte toastet der künftige NABU-Nachwuchs begeistert Stockbrot oder gart Lyoner am Stock über dem Feuer.

Rechtzeitig vor der Winterzeit wird jährlich im Vereinshaus Futter gemischt und Fettkästen werden gefüllt. Dann kneten die Aktiven, bis zu den Ellenbogen beschmiert, in großen Plastikwannen Sonnenblumenkerne und Fett zu Brei, der in die Fettkästen kommt. Ist die Masse erkaltet, steht sie fest in den Kästen, und die Vögel freuen sich in der kalten Jahreszeit über das Powerfutter.

Die neueste Aktion in Sachen Vogelschutz war die Errichtung zweier Storchennester, die in einer großen Gemeinschaftsinitiative auf Masten in neun Meter Höhe aufgestellt wurden. Groß ist die Hoffnung, daß mindestens eines der runden „Strochenhotels“ im kommenden Frühjahr angenommen wird.

Die Aktiven unter den inzwischen 260 Mitgliedern der NABU-Gruppe sind zu einer festen Gemeinschaft zusammengewachsen. Sie treffen sich an jedem ersten Mittwoch im Monat im Vereinshaus, diskutieren die aktuellen Aufgaben und deren Verteilung. Hier werden auch weitere Veranstaltungen und Exkursionen abgestimmt.

Wiederkehrende Ereignisse im NABU-Jahr sind der Naturerlebnistag für Kinder, eine Vogelstimmenwanderung, die Orchideenwanderung in Gersheim, eine Wanderung zum Vatertag und das immer wieder beliebte Flammkuchenessen.

Die Mitglieder engagieren sich auch bei der Pflege der Grünflächen vor dem Dorfgemeinschaftshaus (frühere Grundschule) und alle zwei Jahre ist der NABU beim Dorfgemeinschaftsfest zur Mitausrichtung des Festes an der Reihe.

Vor zwei Jahren hat die Ortsgruppe oberhalb des Waldreviers Sitters Gelände für eine Streuobstwiese von der Stadt Saarbrücken gekauft, vom Wildwuchs gesäubert und in diesem Jahr 18 Obstbäume gepflanzt.

Exkursionen gab es zu den Wasserbüffeln und Störchen bei Beeden, zu einer herausfordernden Klettertour in der Luxemburger Schweiz, nach Lothringen zum Lac du Der, wo im Herbst Hunderttausende Kraniche auf ihrer Reise gen Süden Pause machen. In diesem Jahr fahren wir am 11. Juni zum Delmer Rücken, um uns am Frühling in dieser seltenen Naturlandschaft zu erfreuen.

Etwas von der Freude und dem gemeinsamen Erleben in unserer NABU-Gruppe ist auf der Webseite www.nabu.eschringen.de zu entdecken.

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