Die Schafgarbe

Die Gemeine Schafgarbe ist eine richtige Powerpflanze! Sie zählt zu unseren wichtigsten Heilkräutern und enthält jetzt im Hochsommer die meisten Wirkstoffe. Dafür sprechen auch ihre zahlreichen Namen.
„Garbe“ kommt vom altdeutschen Wort „die Heilende“. Ihren lateinischen Namen „Achillea“ verdankt sie der Nachricht, dass sie schon die berühmte Ferse des trojanischen Kriegers Achilles heilte. Aphrodite selbst, die Göttin der weiblichen Schönheit hat die Schafgarbe, Achillea millefolium, in die Heilkunde eingebracht. Homer berichtet in seiner „Ilias”, Aphrodite habe dem griechischen Helden Achilles den Rat gegeben, das Blut seiner
verwundeten Ferse mit einem Schafgarbe-Umschlag zu stillen.

Aus der Römerzeit stammen Berichte über die Verwendung als sogenanntes „Soldatenkraut“ mit einer jahrhundertelangen Karriere als unübertroffen blutstillendes Mittel. Noch im Ersten Weltkrieg diente sie verwundeten Soldaten oft als erster Schnellverband, der überall zu finden war. Das „Jod der Wiese“ enthält ätherische Öle und hat antibakterielle, Wunden heilende Wirkung. Die Nachweis ist wissenschaftlich erbracht: Schafgarbe enthält adstringierende – zusammenziehende – Gerbstoffe, die Blutungen stillen können.

Wer es ausprobieren möchte, kann die grünen Blätter in der Handfläche zerreiben, so dass der Pflanzensaft austritt und diesen auf eine Wunde streichen.

Die Schafgarbe kann mit vielen weiteren Heilwirkungen aufwarten. Sie stärkt die Atemwege, sowie den gesamten Verdauungstrakt. Sie kräftigt die Venen und schützt vor Krampfadern. Schafgarbe fördert die Durchblutung, besonders der Unterleiborgane, was sie zu einem wertvollen Frauenheilkraut macht. Darauf weist auch die Bezeichnung „Mutterkraut“ hin. Schafgarbentee hilft bei Prämenstruellem Syndrom, krampfartigen Schmerzen im Unterleib und Durchblutungsstörungen im „kleinen Becken“. Ihre Wirkstoffe sind Flavonoide, Gerbstoffe, Saponine und Salicylsäure sowie Sterine – Bausteine vor allem der Hormone.

Nach dem Volksglauben gehört die Schafgarbe in viele der Kräuterbüschel, die mancherorts an Mariä Himmelfahrt gesammelt und zu duftenden Bündeln gebunden werden. In Kirchen und an Marienaltären geweiht, sollen sie einem Haus und seinen Bewohnern ein weiteres Jahr voller Glück und Gesundheit garantieren.
Schafe mögen die Pflanze besonders gern. Garbe kommt von „garwe“. Der Name Schafgarbe heißt wörtlich übersetzt Schafgesundmacher. Eine andere Bezeichnung „Neunkraft“ weist darauf hin, dass sie zu den berühmten „Neunkräutern“ gehört, die, zur Sommersonnenwende gepflückt, besonderen Schutz vor Krankheit bieten sollen.

Im Gegensatz zu ihrer Wirkung macht ihre Erscheinung nicht viel her. Die zarten Schirme aus weißen oder rosa Blüten über ebenfalls feinen blaugrünen, gefiederten Blättern sind eher unscheinbar. Es sind krautige oder halbstrauchige Pflanzen, die je nach Sorte eine Wuchshöhe von sieben bis 100 Zentimetern erreichen. Ihre bevorzugten Standorte sind Wiesen, (Schaf-)Weiden, Halbtrockenrasen, Acker- und Wegränder. In den Alpen ist sie auf sogar noch bei etwa 1900 m NN anzutreffen.
Leider bekommen hin und wieder einige Menschen von Schafgarbe als sogenannte Wiesen-Dermatitis eine allergische Reaktion nach der Berührung der Blätter. Für einen einfachen Verträglichkeitstest legt man ein frisches Schafgarbenblatt auf eine trockene, gesunde Hautstelle in der Ellbogenbeuge, zerreibt es ein wenig und warten ab, ob sich Rötungen oder Schwellungen zeigen. Dann sollte man Schafgarbe nicht verwenden.

Foto: pixabay

 

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