Zur Zeit ist es still in unseren Gärten. Zum Tirilieren fehlt unseren gefiederten Freunden die Sonne und viele sind Richtung Sonne geflüchtet. Erst wenn alle wieder da sind, startet wieder das Vogelorchester. Besonders eifrig singen dann die Grasmücken, die derzeit tief in Afrika zwitschern.

Ihr Name kommt laut Wikipedia aus dem Althochdeutschen von Gra-smucka = Grauschlüpfer. Ihre Gattung umfasst 26 Arten, von den 12 bei uns in Europa vorkommen. Mönchsgrasmücke und Gartengrasmücke sind Schwesterarten und bilden mit den übrigen Grasmücken-Vögeln eine Schwestergruppe.

Mönchsgrasmücke

Grasmücken sind hervorragende Sänger. Die Strophen ihres Gesangs sind 3 bis 8 Sekunden lang voll schneller, melodisch klingender Töne. Variationsreich plätschern sie wie ein munterer Bach dahin. Nur die Mönchsgrasmücke setzt ans Ende jeder Strophe einen flötenden Schluss. Damit sind die beiden wesentlichen Vertreter der artenreichen Familie der „Grasmückenartigen“ genannt. Sie gehören zur Ordnung der Sperlingsvögel.
In unserem Garten trällert der unscheinbare Vogel vom höchsten Zweig der Bäume seine munteren Strophen in immer neuen Variationen. Der Ruf der Gartengrasmücke ist ein wohlklingender, orgelnder Gesang, den sie in schier endlosen Strophen vorträgt. Eine gackernd, schnalzend klingende Folge von „tschäck-tschäck-tschäck…“ gilt als Warnruf. Ist der Vogel erregt oder lockt er Jungvögel an, steigt das Tempo.
Der Ruf der Mönchsgrasmücke klingt dagegen härter und durchdringender. Oft hören wir ihn aus dem Laubwerk, ohne dass der ziemlich scheue Vogel dabei zu sehen ist. Erst ab Mai erfreut uns der Grasmückengesang.

Der Name „Gartengrasmücke“ täuscht etwas. Sie sind in unseren Gärten sehr viel seltener zu finden als beispielsweise Mönchsgrasmücken. Sie fühlen sich eher in Hecken, Feldgehölzen und an Waldrändern heimisch, kommen in heckenreichen Revieren aber auch in Parks, an Bahndämmen und in naturnahen Gärten vor.
Die Gartengrasmücke ist 13 bis 14 Zentimeter lang und bringt es auf eine Flügelspannweite von 21 bis 24 Zentimetern. Der Rücken ist olivbraun-grau und der Bauch weißbraun gefärbt. Das Deckgefieder der Flügel ist einfarbig. Über den Augen fällt ein heller Augenring auf und um die dunklen Augen haben die Gartengrasmücken einen verlaufenden, hellen Augenstreifen. Der Schnabel ist recht dick und stumpf.
Männchen und Weibchen sind meist unterschiedlich gefärbt, Jungvögel fallen durch helle Säume auf den Schwung- und Schirmfedern auf. Bei beringten Vögeln konnte ein Alter bis zu 14 Jahren nachgewiesen werden.
Mönchsgrasmücken haben ihren Namen wegen des deutlich schwarzen Kopfgefieders, das einer Mönchskappe gleicht.
Das Nest ist napfähnlich und wird meist nah über dem Boden hauptsächlich in Laubhölzern oder Sträuchern und Stauden gebaut. Als Nestmaterial dienen Grashalme und Stängel, die recht lose zusammengefügt werden, so dass das Nest nach der Brut schnell wieder zerfällt.
Die Vögel verbringen das Winterhalbjahr südlich der Sahara. Die Gartengrasmücke ist ein Langstreckenzieher. Sie überwintert in der Sahelzone, in der Feuchtsavanne von West- und Zentralafrika bis ins südliche Namibia. In Ostafrika sind die Vögel im Norden Kenias bis hinunter zum Kap anzutreffen.
Zur Brutzeit leben die Grasmücken hauptsächlich von Insekten, Spinnen und Raupen, im Sommer stehen auch nahrhafte Holunderbeeren und andere Früchte an vorderster Stelle auf dem Speiseplan. Denn schon bald gilt es, Kalorien für den weiten Flug ins afrikanische Winterungsquartier zu sammeln. Recht spät im Jahr (zwischen April und Mai) kehren sie wieder zu uns zurück.
In Mitteleuropa sind die Grasmücken nahezu flächendeckend zu beobachten, von der Küste bis zu den Alpen. In klimatisch günstigen Lagen kommen sie bis in die obere Baumgrenze vor.
Als Feinde gelten Greifvögel und Menschen, die Gebüsche abholzen oder auslichten.

Grasmücken