Ein Gesundheit spendendes Kraut läß sich durchaus im Februar finden. Das Kletten-Labkraut ist eine einjährige, zum Teil winterharte krautige Pflanze, die niederliegend oder – häufiger – aufsteigend emporwächst. Die Stängel sind 50 bis 150, in Extremfällen 15 bis 300 Zentimeter lang und wenig verzweigt.

Die Blätter stehen zu sechst bis neunt in Quirlen. Sie sind einadrig und von lanzettlicher bis elliptischer Form. An ihrer Oberseite tragen die Blätter zur Spitze hin gerichtete Borsten, am Rand dagegen rückwärts gerichtete Stacheln. Diese Morphologie erlaubt der Pflanze das Aufsteigen entlang von Stützen, wie Gräsern, Getreidehalmen oder zwischen Beerenbüschen im Hausgarten. Beim Berühren bewirken die Blätter und Stengel einen klebrigen Eindruck. Von daher hat die Pflanze auch ihren Namen.

Besondere Beachtung verdient das Klettenlabkraut hinsichtlich seiner Heilkräfte. Schon in der Antike galt es als Mittel der Naturmedizin. Der griechische Arzt Dioskurides (1. Jahrhundert nach Chr.) hielt das Klettenlabkraut für hilfreich bei Müdigkeit und Erschöpfung und berichtet, dass die Hirten aus den Stängeln des Klettenlabkraut Siebe zum Filtrieren von Milch geflochten haben. Tatsächlich enthält die Pflanze Labferment, mit dem Milch zum Gerinnen gebracht wird. Es eignet sich daher hervorragend zur Käse-Herstellung.

Wie meistens bei Kräutern, ist die Heilkraft von frischem Klettenlabkraut wesentlich besser als die von getrocknetem Kraut! Frische Triebe kann man selbst im Winter auf schneefreien Stellen unter trockenem Gras entdecken.

Heute wird Klettenlabkraut hauptsächlich als harntreibendes Mittel verwendet. Bei Hautkrankheiten wie Seborrhöe, Ekzemen oder Schuppenflechte erzielt seine Anwendung überraschende Heilerfolge. Klettenlabkraut stärkt und stimuliert zudem unser Immunsystem! Besondere Beachtung verdient das Klettenlabkraut jedoch hinsichtlich seiner Heilkräfte bei schweren Krebs-Erkrankungen. Hier soll der frischgepresste Saft beste Wirkungen zeigen.

Die Blüten des Klettenlabkrauts sind hellgrün oder zitronengelb. Die Blütenrispen duften angenehm nach Honig. Aus geröstetem Samen läßt sich nach vorheriger Trocknung ein Kaffee-Ersatz mahlen. Die oliv- oder purpurfarbenen Früchte sind dicht mit borstigen Haken besetzt. Die zwei Teilfrüchte sind Spaltfrüchte, enthalten je einen Samen und sind kugelig. Die Früchte sind getrocknet 3 bis 5 Millimeter lang und wiegen 7 bis 9 Milligramm. In jeder der Spaltfrüchte befindet sich ein Samenkorn.

Wer das sehr gesunde Kraut als Gemüse verwenden möchte, kann es wie Spinat zubereiten. Geerntet wird die ganze oberirdische Pflanze.

Volkstümliche Namen sind: Gänsegras · Klebkraut · Klettenlabkraut · Labkraut · Klimmendes Labkraut · Klebriges Labkraut.

Klettenlabkraut