Unser Huflattich

Das Bachblümlein, Brustlattich, Fohlenfuß, Hufblatt oder Märzblume, wie der Huflattich im Volksmund  genannt wird, lateinisch  „Tussilago“, gehört zur Familie der Korbblütler.
Sollten wir Ende Februar ein paar warme, sonnige Tage erleben, könnten seine sonnenähnlichen Blüten bereits zum Monatsende an Wegrändern leuchten. Der Huflattich ist eine der ersten Nahrungsquellen für Insekten im zeitigen Frühling, wobei die Blüten noch vor den Blättern ausbildet werden. Die Blätter wachsen erst ab März, sind eckig-herzförmig und etwa Handteller groß; ihre Form erinnert an Pferdehufe, was der Pflanze den Namen gab. An der Oberseite sind die Blätter hellgrün und auf der Unterseite grau-weiß und filzig behaart.
Die äußerst genügsame Pflanze wächst gern in Steinbrüchen, an Böschungen, Bahndämmen, sogar bis in Höhen von 2.300 Meter, am liebsten jedoch auf Ton- oder Lehmböden. Selbst auf Braunkohle kann Huflattich wachsen, so genügsam ist er. Aber sonnig sollte der Standort sein.
Der Huflattich treibt aus einem Wurzelstock mit kriechenden, bis zu zwei Meter langen unterirdischen Wurzelausläufern. Wer die Blüten für Tees sammeln möchte, sollte deshalb keinen Blütenflor restlos abernten. So kann er mehreren in ihrem Bestand gefährdeten Schmetterlingsarten als Futterpflanze dienen.

Der Huflattich gehört zu den ältesten Hustenmitteln und gilt als bedeutsame Heilpflanze bei Hustenreiz und wirkt schleimlösend. Als arzneilich wirksamster Teil werden die Blätter verwendet.
Auch Hildgard von Bingen weist auf die Heilkraft des Huflattichs bei Atemwegserkrankungen hin. Neuere Untersuchungen lassen jedoch auch unerwünschte Nebenwirkungen (Krebsrisiko) vermuten. Deshalb sollte Huflattich nicht länger als vier bis sechs Wochen im Jahr eingenommen werden.
Das Haupteinsatzgebiet für den Huflattich ist der Husten und all seine Verwandten. Er ist Bestandteil zahlreicher Hustensäfte. Mit seinen einhüllenden Eigenschaften lindert er selbst hartnäckigen Reizhusten und löst zähen Schleim. Auch Asthmakranke können nach der Einnahme freier atmen, da Huflattich-Tee oder -Tinktur die Bronchien erweitert.
Die Fülle seiner gesunden Eigenschaften ist erstaunlich. Er wirkt antibakteriell, stillt Blutungen, wirkt entzündungshemmend, schleimlösend, er treibt den Schweiß und regt den Stoffwechsel an. Außerdem soll er das Nervensystem beruhigen. Seine Wirkstoffe sind ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbssäure, Insulin, Saponine, Tannine und Zink.
Wer Blätter und Blüten des Huflattichs selbst sammeln möchte, sollte dies am besten im Mai tun. Das gesammelte Pflanzenmaterial läßt sich zu Tinkturen, Tees, Bädern oder Saft verarbeiten. Kräuterbücher weisen darauf hin, daß ein Tee aus Huflattichblättern bei Durchfällen hilft, während ein Umschlag aus dem Sud seiner Blüten Hautkrankheiten lindert. Ein Fußbad heilt nach einem langen Tag müde und geschwollene Füße. Nähere Auskünfte gibt es gewiss in der Apotheke.
1994 war der Huflattich Heilpflanze des Jahres.

Foto: pixabay

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